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Pressemitteilung 12.12.2020

Jugendforum Nachhaltigkeit: Jugendliche fordern mehr Mitbestimmung von Umweltminister Axel Vogel // Nachhaltigkeit muss Priorität in allen Politikbereichen werden

Potsdam, 12.12.2020 Zum Abschluss des zweiwöchigen Jugendforums Nachhaltigkeit (JuFoNa) stellten die Jugendlichen am Samstagnachmittag ihre Ergebnisse Umweltminister Axel Vogel und den Landtagsabgeordneten Ricarda Budke (Grüne), Isabelle Vandre und Thomas Domres (Linke), Elske Hildreband und Hardy Lux (SPD) sowie Kristy Augustin (CDU) vor.

„Unsere Generation muss mit den Konsequenzen der Entscheidungen von heute am längsten leben. Daher wollen wir in politische Prozesse ernsthaft mit eingebunden werden und echtes Mitspracherecht haben, wenn es um die Gestaltung unserer Zukunft geht.“, sagte Teilnehmerin Lea Potrafke (22) zum Auftakt. 

Das Jugendforum, das die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Brandenburg kritisch begleiten soll, hatte in der vergangenen Woche konkrete Ideen und Forderungen zu den Schwerpunktthemen Kohle und Lausitz, Wirtschaftspolitik und dem Verhältnis zwischen Brandenburg und Berlin erarbeitet.

Die Ergebnisse im Überblick

Leben und Wirtschaft in Brandenburg: “Wir müssen die wirtschaftspolitischen Ziele mit Blick auf Nachhaltigkeit und Lebensqualität der Menschen neu denken.“, sagte Lea Diesner (16) aus Calau in der Lausitz, die die Ergebnisse aus einem Workshop vorstellte. Die Landesregierung müsse bewusst umweltfreundliches Wirtschaften fördern und umwelt- und klimaschädliches Wirtschaften verhindern. Das Leben in Brandenburg dürfe nicht einseitig von Berlin abhängig sein – aktuell bestünden viel zu große Lücken in den Bereichen Mobilität, Konsum, Kultur und Bildung. Damit junge Erwachsene die Region nicht sofort nach Abschluss der Schule verließen, müsse sich Brandenburg nachhaltig positionieren.

Öffentliche Mobilität und nachhaltigen Konsum fördern: “In Zukunft brauchen wir neue Prioritäten. Weg vom Auto hin zu ÖPNV und Fahrrad.“, sagte Teilnehmer Jonathan Manti (22) aus Falkensee bei der Pressekonferenz. Zu einer nachhaltigen Infrastruktur gehöre ein Ausbau des ÖPNV mit smarten Konzepten wie etwa On-Demand Bussen und besserer Fahrradmitnahme; aber auch der Ausbau regionaler Biolandwirtschaft und die Förderung von vielfältigen, nachhaltigen Konsummöglichkeiten wie Recyclinghäusern oder Selbstvermarktergemeinschaften.

Strukturwandel in der Lausitz: Beim Thema Lausitz kritisierten die Jugendlichen den geplanten Umbau zur Seenlandschaft. Dies mache in Zeiten klimabedingter Dürren in Brandenburg keinen Sinn. Statt dessen müsse die Wirtschaftsförderung Wirtschaftszweige wie Erneuerbare Energien oder Startup-Gründungen begünstigen und Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten fördern.

Jugendliche sollten auch hier politisch beteiligt werden, forderte Teilnehmer Tom Beeger (21) aus Cottbus: “Wir brauchen kreative Ideen für die Lausitz. Wir als Jugendliche haben Ideen und wollen uns einbringen, um unsere eigene Zukunft zu gestalten. Dafür braucht es einen Rahmen wie das Jugendforum.”

Zukunft des Jugendforums: Deutliche Kritik übten die VeranstalterInnen des Jugendforums an den schlechten Rahmenbedingungen für echte Jugendbeteiligung. Das JuFoNa sei in den vergangenen Jahren in wechselnder Trägerschaft projektbasiert ausgerichtet worden, könne aber mangels fehlender langfristiger Planbarkeit, Finanzierung und Unterbesetzung unter den jetzigen Bedingungen keine echte politische Beteiligung ermöglichen. Hierfür brauche es nicht nur eine langfristig planbare Finanzierung von mindestens einer Vollzeitstelle, sondern auch eine direktere Verzahnung mit der brandenburgischen Landespolitik.

Umweltminister Axel Vogel nahm den Ball auf: „Die Jugendlichen machen sich berechtigterweise Sorgen um Ihre Zukunft.” Er versprach, die Ideen und Forderungen der Jugendlichen “vor allem bei der Überarbeitung des Landesnachhaltigkeitsstrategie sorgfältig zu prüfen”.

Weitere Informationen

Am diesjährigen Jugendforum Nachhaltigkeit hatten sich insgesamt rund 50 Teilnehmer*innen zwischen 13 und 27 Jahren aus ganz Brandenburg beteiligt. Im Vorfeld wurde das Jugendforum innerhalb von nur acht Wochen von sieben engagierten jungen Menschen organisiert, die sich unter anderem auch bei der BundJugend Brandenburg, dem Jugendforum Falkensee und Fridays For Future Brandenburg engagieren. Die Trägerschaft hatten in diesem Jahr die NAJU, BUND Jugend und Naturfreunde Jugend inne. Finanziert wurde das JuFoNa vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

www.jufona-brandenburg.de

Bilder & PM’s zum Download hier: https://fhpcloud.fh-potsdam.de/s/PFDRJKJnePS7CKJ

Die Pressekonferenz zum Nachschauen: https://youtu.be/c4-ONvV2cRg

Wir stehen jederzeit für Rückfragen & Interviews bereit.

ENDE

 
Pressemitteilung 04.12.2020

“Klima, Kohle und Konflikte” – Jugendforum Nachhaltigkeit im siebten Jahr erfolgreich gestartet
Potsdam, 4.12.2020 – Das dieses Jahr digital veranstaltete Jugendforum Nachhaltigkeit mit insgesamt 45 TeilnehmerInnen zwischen 13 und 27 Jahren aus ganz Brandenburg zieht zur Halbzeit der Workshopreihe ein Fazit: „Trotz Corona blicken wir zurück auf eine sehr erfolgreiche erste Woche. Mit der Unterstützung von vielen jungen Menschen konnten wir ein Workshop-Programm auf die Beine stellen, das sich sehen lassen kann“, so Koordinatorin Jana Schelte. 
Das Jugendforum Nachhaltigkeit wurde im siebten Jahr seines Bestehens von sieben Jugendlichen und mithilfe der Umweltjugendverbände NAJU, BUNDjugend und Naturfreundejugend organisiert. 2013 ins Leben gerufen, soll es die Landesnachhaltigkeitsstrategie Brandenburgs kritisch begleiten. In jeweils zweistündigen Werkstattgesprächen setzten sich die Jugendlichen mit den für sie wichtigen wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in Brandenburg auseinander. 

Zum Auftakt am Montag ging es um den Prozess des Nachhaltigkeitsforums selbst: In Anwesenheit von VertreterInnen aus dem Bildungs- und Umweltministerium, dem Landesjugendring und der Kompetenzstelle Kinder- und Jugendbeteiligung kijubb, lernten die Jugendlichen die Geschichte des Nachhaltigkeitsforums kennen. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass sie sich mehr politische Partizipation wünschen, und das jetzige Forum eher als eine Dialogform verstehen. “Langfristig sollte ein Jugendforum echte Beteiligung ermöglichen”, sagt eine Teilnehmerin.  
An den darauffolgenden Tagen diskutierten die Jugendlichen in jeweils zweistündigen Workshops die Beziehung zwischen Berlin und Brandenburg, den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Nachhaltigkeit sowie den Strukturwandel der Kohleregion Lausitz. 
Brandenburg schnitt dabei als nachhaltige Zukunftsregion für die Jugendlichen nicht sonderlich gut ab: Es fehle an Kultur, alternativen Mobilitätsangeboten für Jugendliche ohne Führerschein wie etwa mehr Radwege, und nachhaltigen Einkaufsmöglichkeiten. “Fast Fashion gibt es in Berlin und Dallgow, aber Second Hand nur in Berlin. Wir können in Brandenburg gar nicht wirklich nachhaltig einkaufen.”, kritisierte eine Teilnehmerin. 
Am Donnerstag mit dem Schwerpunkt “Kohle, Klima und Konflikte” waren sich die Jugendlichen einig, dass der Kohleausstieg 2038 viel zu spät kommt – gleichzeitig zeigten die Jugendlichen aber für die Perspektiven von Menschen in der Lausitz Verständnis: “Die Kohle gibt den Menschen fast mehr Identität als ihre viel älteren Dorfgemeinschaften, die es vor der Kohle gab. Das ist eine Riesenherausforderung”, so eine Teilnehmerin. Trotzdem führe am Strukturwandel kein Weg vorbei: “Für alle, die nachkommen, müssen wir JETZT wissen, wo es hingehen soll, damit die Leute sich in den richtigen Jobs ausbilden und einen klimagerechten und sozialverträglichen Wandel gestalten können”, sagte eine andere Teilnehmerin. 
Nachdem es in dieser Woche um die Grundlagen ging, werden die Jugendlichen in der nächsten Woche zu den gleichen Themen Vorschläge an die Brandenburger Politik erarbeiten und die Fortsetzung des Jugendforums Nachhaltigkeit planen. Jugendliche aus ganz Brandenburg sind weiterhin eingeladen, sich für die zweite Woche des Forums anzumelden.
Den Abschluss bildet die Abschlussveranstaltung am  12. Dezember von 15-17 Uhr, auf der die Ergebnisse in Anwesenheit von Umweltminister Axel Vogel, Landtagsabgeordneten und verschiedenen Jugendverbänden vorgestellt werden. Um 16.30 startet die Pressekonferenz. 
Anmeldung zur Pressekonferenz am 12.12. (16:30-17:40 Uhr) unter presse@jufona-brandenburg.de
Nächste Termine

 
Montag, 7.12., 18:30-21:00 Uhr
Das Jugendforum Nachhaltigkeit. Gestern, heute und morgen.

Dienstag, 8.12., 18:30-21:00 Uhr
Brandenburg. Berlins Vorort? LEBEN neben Berlin.

Mittwoch, 9.12.,  18:30-21:00 Uhr
Wirtschaft für Menschen. Oder Menschen für Wirtschaft?

Donnerstag, 10.12., 18:30-21:00 Uhr
Kohle, Klima & Konflikte

Samstag, 12.12., 15:00-17:00 Uhr, Pressekonferenz ab 16:30 Uhr
Austauschen. Vorstellen. Fordern.

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